Ein beeindruckendes Aufgebot der NRW-Bürgerbusvereine in Wipperfürth: Mehr als 150 Fahrer und Fahrerinnen mitsamt ihren rund 50 Bürgerbussen, zahlreichen Vorstands- und Verbandsvertreter fanden sich am 6. Oktober zur Jahreshauptversammlung des Nordrhein-Westfälischen Bürgerbus-Dachverbandes Pro Bürgerbus NRW e. V. zu einem ganztägigen Treffen ein. Pro Bürgerbus NRW ist ein Verband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Informationsaustausch zwischen den Bürgerbusvereinen zu fördern, den Zusammenhalt der Bürgerbusvereine untereinander zu stärken, für neue Bürgerbusprojekte zu werben und bei der Einrichtung behilflich zu sein. Auch übernimmt er die immer wichtiger werdende Aufgabe der Interessenvertretung gegenüber Ministerien und Behörden. Im offiziellen Teil der Veranstaltung ging es neben vereinsrechtlichen Regularien um Themen wie erste Erfahrungen mit der Datenschutzverordnung, Rollstuhlsicherung im Bürgerbus, Niederflurbusse und Elektromobilität, Fahrassistenzsysteme und Seminarangebote für 2018/2019.

Große Diskussionen löst bei den Bürgerbusvereinen die politischen Vorgabe aus, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ab 2022 barrierefrei durchzuführen. Die Folgen für die Bürgerbusvereine sind nämlich, dass sog. Niederflurbusse angeschafft und Fahrgäste mit Rollstühlen mitgenommen werden müssen. Solche Busse sind aber erblich teurer als der in Senden eingesetzte konventionelle Bürgerbus und die Beladung sowie notwendige Sicherung der Rollstühle im Bus bringt erhebliche Probleme im Praxisbetrieb mit sich. Vielfach wird eine Überbeanspruchung des Ehrenamts gesehen. Pro Bürgerbus NRW konnte erreichen, dass das Land Nordrhein-Westfalen – in Ausnahmefällen – auch über 2022 hinaus konventionelle Bürgerbusse finanziell fördert.

Für den Bürgerbusverein Senden nahmen die Vorstandsmitglieder Klaus Dallmeyer und Alfred Reher teil, sowie die FahrerIn Gisela Hibbeler, Herbert Beuckmann, Dieter Tscherney, Dieter Nehls und Johannes Wunsch. Nach der Begrüßung der Aktiven bei Kaffee und Brötchen in der “Alten Drahtzieherei” in Wipperfürth bot sich während des Rahmenprogramms die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Teilnahme an einer Stadtführung, einer Betriebs- oder Stauseebesichtigung. Für die Vorstandsmitglieder stand am Nachmittag die Jahreshauptversammlung auf dem Programm. Insgesamt machte die Veranstaltung deutlich, mit wie viel persönlichem Einsatz und Herzblut sich Fahrerinnen und Fahrer, Vorstände und Funktionäre für die Bürgerinnen und Bürger in ihren Heimatregionen engagieren – unentgeltlich, ehrenamtlich und ohne Eigennutz.